Gräfliches Wappen der Familie Cziráky

 

Ein weiße Wolf steht triumphierend auf drei Bergkuppen (in grün gehalten). Sie symbolisieren die drei (ehemals) zu Ungarn gehörigen Gebirge Matra, Tatra und Fatra (Tatra und Fatra liegen heute in der Slowakei) – siehe hierzu das ungarische Wappen.

Der Wolf hält mit den Vorderläufen den Schaft einer in den Türkenkriegen erbeuteten Fahne. Der achtzackige Stern symbolisiert das verteidigte, christliche Abendland. Umschlossen wird das Wappen durch den Orden vom Goldenen Vlies.

Die Krone besteht aus neun Zacken und weist damit auf ein Grafengeschlecht hin. 

Graf (ungarisch Gróf) ist ein Adelstitel (vom althochdeutschen grafio, gravo, wahrscheinlich vom mittellateinischen graffio, bzw. byzantinisch-griechischen grapheus oder suggrapheus "wer eine Versammlung (= Landtag) zusammenruft", lat. comes, frz. comte, ital. conte). Zu spätrömischer Zeit war Comes die Bezeichnung eines hohen kaiserlichen Finanzbeamten (comes largitionum).

Der Orden vom Goldenen Vlies ist ein 1430 gegründeter Ritterorden, also eine nach dem Vorbild der Mönchsorden gebildete Gemeinschaft von Rittern. Später wurde er immer mehr zu einem vom Kaiser verliehenen Privileg als Belohnung für Verdienste, ihm anzugehören. Das Ordensabzeichen, ein an einer Kette hängendes goldenes Widderfell, erhielt selbständige Bedeutung und wurde zum Urbild des modernen Verdienstordens. Insofern stellt der Orden vom Goldenen Vlies das Bindeglied zwischen den beiden heutigen Bedeutungen des Wortes Orden"dar. 

Geschichte - Der Orden vom Goldenen Vlies wurde am 10. Januar 1430 anlässlich der Vermählung von Prinzessin Isabella von Portugal und Philipp dem Guten, Herzog von Burgund, in Brügge, den angesehensten Adligen seiner Länder gestiftet, nachdem er die Mitgliedschaft im Hosenbandorden abgelehnt hatte. Der Orden wurde auch Ordre de la toison d`or, el Toyson de oro, el Tusan, in frühesten Zeiten auch der Ritterorden des güldenen Lämbleins von Burgund oder des belgischen Schäpers, genannt. Nach dem Aussterben der Burgundischen Herzöge 1477 ging der Orden auf die spanische Linie der Habsburger über. Als im Jahre 1700 der letzte spanische König aus dem Hause Habsburg verstarb, teilte sich der Orden in zwei Linien auf. Sowohl der spanische Zweig, der Zweig der Bourbonen, als auch der österreichische Zweig der Habsburger existieren noch heute, jedoch hat der spanische Zweig viel von seiner ursprünglichen Bedeutung verloren. Die Republik Österreich erkannte am 23. Juli 1953 dem Vorstand des Hauses Habsburg das Verleihungsrecht des Ordens zu.

Träger des Ordens der Familie Cziráky:

Antoine, comte de Cziraky (1772-1852).

Jean, comte Cziraky (1818-1884).

Bela, comte Cziraky (1852-1911).

Antoine, comte Cziraky (1850-?).

Joseph, comte Cziraky de Czirak et Dénesfalva (1883-1960).

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Uradel                                                                                                                                                                                 

Zum Uradel zählen nach dem "Genealogischen Handbuch des deutschen Adels" Häuser, deren Geschlecht nachweislich spätestens um 1400 dem ritterbürtigen Adel angehört hat. Diese werden in den Adelshandbüchern der Reihe A unterschieden nach adligen, freiherrlichen und gräflichen Häusern geführt.

Entstehung des Adels in Ungarn

Jedes Mitglied des kriegerischen Stammes der Magyaren, das von niemandem abhängig war und den Fahnen des Königs folgen konnte, rechnete sich zum Adel. Auf diese Weise entstand der sehr zahlreiche ungarische Adel, der etwa 12-16 % der Gesamtbevölkerung ausmacht. Aus der Masse des Adels gingen allmählich die Magnatenfamilien hervor. Am Anfang des 11. Jahrhunderts gab König Stephan I. (der Heilige) dem Lande eine Verfassung, durch welche die Krone im Geschlecht Arpad erblich wurde und Prälaten mit dem hohen Adel samt niederem Adel als privilegierte Stände galten.

Im Jahre 1405 vereinigte sich im Nationalkonvent der niedere Adel mit den Vertretern der Städte zur Ständetafel, während die hohen geistlichen Würdenträger und der Hochadel die Magnatentafel bildeten, in welcher jeder Bischof oder Magnat persönlich vertreten war. In der Ständetafel hatte der niedere Adel das unbedingte Übergewicht; auf den Komitatsversammlungen hatte jeder grundbesitzende Edelmann (auch wenn er einen Kleinsthof bewirtschaftete) Sitz und Stimme. Der Adel war befreit von Zöllen, Steuern und Einquartierungen und vom Militärdienst: Er zog nur zu Felde, wenn ein Adelsaufgebot ("Nemes felkelés") für König und Vaterland ausgerufen worden war. Ein Adliger konnte nur von seinesgleichen gerichtet werden und die wichtigeren Ämter waren ihm vorbehalten. Erst 1843 wurden nichtadlige Personen zu den Ämtern zugelassen.

Der magyarische Adel kannte nur zwei Titel: Graf ("gróf") und Baron ("baró"). Rang und Titel eines Fürsten ("herczeg") kamen nur den Söhnen des Königs zu. Vier Grafengeschlechter erhielten indessen ausländische Fürstentitel: Batthyány (1764), Esterházy (1687), Odescalchi (1689) und Pálffy (1816), die in Ungarn anerkannt wurden. In der Zeit der Monarchie mit einem König - bis 1918 - gab es in Ungarn außer diesen 14 Fürstenhäusern 98 gräfliche und 94 freiherrliche Geschlechter, deren Titel aber nicht weiter zurück als um 1550 reichten und habsburgische Verleihungen waren. Diese Zahl wuchs nach 1918, da auch der Reichsverweser Admiral Miklós Horthy in der königlosen Monarchie Standeserhebungen vornahm.

Durch die Abschaffung des Adels und die Parzellierung der Güter nach 1945 wurde dem ungarischen Adel die Existenzgrundlage genommen, viele Adlige blieben jedoch im Lande und emigrierten erst 1956, um ein oft kümmerliches Dasein in Deutschland oder Österreich zu fristen. Beinahe die einzigen, die von der Konfiszierung verschont blieben, waren die Fürsten Esterházy, die einen Teil ihrer Güter im Burgenland hatten. Nach 1991 kehrten viele Vertreter des Adels, auch des Hochadels, nach Ungarn zurück.